Kanu - Auf dem Wasserweg zur Achterbahn

Weser-Kurier 24.10.2014

von Jan-Henrik Gantzkow

„Ischa Freimaak" heißt es wieder auf der Bremer Bürgerweide. Dass auch die Kanusparte des TV Hambergen das Volksfest besucht, ist erstmal nichts Besonderes – die Anfahrt hingegen schon: Statt mit dem Auto oder der Bahn anzureisen, wählten 15 Vereinsmitglieder den Wasserweg und paddelten über die alte Torfkahnstrecke in den Findorffer Hafen.

„Das Freimarkts-Paddeln" ist bei den Hamberger Kanufreunden bereits eine feste Tradition: „Jedes Jahr veranstalten wie diese Tour und es ist immer eine tolle Sache", erklärte Daniela Mehrtens, Schriftführerin des Vereins. Am frühen Morgen versammelten sich dafür die Teilnehmer – fünf Jugendliche und zehn Erwachsene – an der KGS Hambergen und verstauten die zwischen vier und 5,5 Meter langen Boote auf einem großen Anhänger. Mit dem Auto ging es zum Landhaus „Kuhsiel" im Blockland, wo die Boote zu Wasser gelassen wurden. Entweder in Einer-Kajaks oder in Kanubooten für zwei bis drei Personen machte sich die Gruppe dann auf den ehemaligen Torfkahnweg, den „Kuhgraben", in Richtung Findorffer Hafen. Auf der knapp zehn Kilometer langen Strecke, die unter anderem durch den Bremer Bürgerpark führte, blieb auch immer wieder Zeit für kurze Snack-Pausen.
 
„Wir sind ganz gemütlich gepaddelt, haben viel gelacht und eine Menge Spaß gehabt", beschrieb Jugendwartin Christina Mehrtens die ausgelassene Stimmung während der Überfahrt. Für gute Laune sorgte auch das Wetter: „Es war nicht zu kalt, nicht zu warm und vor allem trocken. Perfektes Kanu-Wetter", freute sich Mehrtens. Nach knapp zwei Stunden erreichten die Hamberger Kanuten schließlich ihr Ziel und enterten den Bremer Freimarkt. Dabei stand zwischen Achterbahnen, Dosenwerfen und Imbissbuden vor allem der Spaß und das Miteinander im Mittelpunkt: „Wir haben gemeinsam eine große Runde gedreht. So war für jeden etwas dabei", berichtete Daniela Mehrtens über den gemütlichen Freimarktsbummel.
 
Nach einem vereinsinternen Wettbewerb am Schießstand stärkten sich die Wassersportler noch standesgemäß mit einem Fischbrötchen, bevor sie sich in ihren Booten auf den Rückweg machten. Gegen Abend erreichte die erschöpfte und zufriedene Ausflugsgruppe wieder „Kuhsiel" und ging an Land. „Es war ein sehr langer, aber ein genauso schöner Tag für alle Beteiligten", fasste Mehrtens die „Freimarktspaddelei" anschließend zusammen.